Im Namen des Volkes: Besuch bei Gericht

Im Namen des Volkes: Besuch bei Gericht

Am Dienstag, dem 12. Mai besuchte die Klasse 8a im Rahmen der Demokratiestunde eine öffentliche Gerichtsverhandlung beim Amtsgericht in Lehrte.

Nachdem wir uns am Klassenraum getroffen hatten, gingen wir zum Amtsgericht, welches zu Fuß nur wenige Minuten von der Schule entfernt liegt. Bevor wir den Saal, in dem die Verhandlung stattfindet sollte betraten, warteten wir eine kurze Zeit im Eingangsbereich des Gebäudes.

Der Richter erklärte uns, welche Rollen es bei so einer Verhandlung gibt. Da wäre er, der Richter, der das Urteil fällt, die Staatsanwältin, sie ermittelt Tathergang und Täter, es gibt den Angeklagten, gegen welchen sich das Verfahren richtet und seine Verteidigerin, die seine Interessen vertritt. Dann sollte es los gehen, doch die Angeklagte war noch nicht erschienen. In so einem Fall, erklärte uns der Richter, warteten man erstmal 15 Minuten, es könnte ja sein, dass die Angeklagte im Stau stand, oder ihr Zug Verspätung hatte.

In der Zwischenzeit teilte er die Klasse in zwei hälften, die sich nacheinander den Keller des Gerichts angucken sollten. Er führte uns eine enge Treppe herunter zu zwei Zellen. Falls es Angeklagte gibt, die zu Gewalt neigen, oder einfach sicherheitshalber eingesperrt werden sollten, kamen diese hierein. Eine Besonderheit: die Wände der Zellen waren Blütenweiß. „Wenn hier jemand die Wände vollkritzelt, dann bekommt er von mir zusätzlich noch eine Anzeige wegen Sachbeschädigung!“, erklärte uns der Richter, „und so was Spricht sich unter Gefangenen natürlich rum!“

Als nächstes führte er uns in einen Raum, der vollgequetscht mit Büchern war. Diese Bücher waren die sogenannten Grundbücher. In denen steht drinnen, wer wann auf welchem Grundstück der Stadt Lehrte, oder einer der zu Lehrte gehörenden Gemeinden gewohnt hat. Die Räume des Gerichts gehören zum Grundbuchamt. Diese kümmert sich nicht nur um die Verwaltung von Eigentumsverhältnissen, sondern registriert auch Hypotheken und Grundschulden.

Die 15 Minuten waren um, und die erste Gruppe ging wieder hoch. Dir Angeklagte war immer noch nicht aufgetaucht, so dass wir keine Verhandlung sehen konnten. Der Richter verkündete sofort ein Urteil, hierzu mussten wir alle aufstehen. Jedes mal, wenn ein Urteil gesprochen wird sagt der Richter: Im Namen des Volkes… dies soll zeigen, dass das Urteil für Gerechtigkeit im Sinne der Gemeinschaft. getroffen wird. Dann schnappte er sich die zweite Gruppe, um mit ihnen in den Keller zu gehen.

Zum Schluss erzählter er uns noch, dass man, gerade in den Sommerferien, auch selbst zu öffentlichen Verhandlungen gehen kann, auch ohne Anmeldung! Meistens finden solche Dienstags statt, und er versicherte uns, das dies tausend mal sinnvoller sei, als sich irgentwelche Verhandlungen im Fernsehen anzusehen.

Ben, 8a

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